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Schluss mit Positiv!

Von: Ralf Senftleben

Wenn man sich ein Weilchen mit dem persönlichen Wachstum beschäftigt, dann merkt man, dass hier eine ganz schöne Diskriminierung im Gange ist. Und erstaunlicherweise schert das offensichtlich niemanden. Deswegen will ich heute mal in diese Bresche springen und mich ein bisschen aufregen.

Ok, was genau wird hier diskriminiert?

Ganz einfach: Das Negative. Das Weghaben wollen. Das "weg-von".

Und insbesondere das Wörtchen „Nein“.

Das ist ein Skandal!

Schauen Sie sich doch mal um auf dem Lebenshilfe-Markt:

  • Akzeptieren Sie, was ist.
  • Wehren Sie sich nicht gegen die Wirklichkeit.
  • Sagen Sie “Ja” zum Leben.
  • Man sollte seine Ziele positiv formulieren, also ohne Verneinung, ohne „Nein“.

Ich halte mich ja für einen recht ja-orientierten und positiven Menschen. Aber ganz ehrlich: Manchmal muss selbst ich mit den Augen rollen, wenn mir zu viel positives Denken entgegenschlägt.

Natürlich ist da schon etwas dran. Grundsätzlich glaube ich auch, dass uns Menschen eine positive Einstellung zum Leben besser tut. Aber darüber wird eines vergessen: „Nein“ ist eben auch ein wundervolles und enorm kraftvolles Wort. Denn, nicht wenige tolle Wachstumsgeschichten haben mit einem entschlossenen „Nein“ begonnen:

  • Nein! Ich will das in Zukunft nicht mehr.
  • Nein! Bis hierhin und nicht weiter.
  • Nein! Das hat ab heute ein Ende.
  • Nein! Ich bin nicht mehr bereit, das weiter zu tolerieren.

Zur eigenen Vergangenheit “Nein” zu sagen, das bringt natürlich wirklich nichts. Daran kann man eben nichts mehr ändern. Über vergossene Milch zu weinen, ist nicht nützlich.

Aber man kann „Nein“ dazu sagen, weiter Dinge zu tun, die einen nicht glücklich machen.

Sie können „Nein“ dazu sagen, sich von Ihren Gedanken und Gefühlen terrorisieren zu lassen.

Sie können „Nein“ dazu sagen, immer die gleichen Fehler zu wiederholen.

Sie können „Nein“ zu etwas sagen, das Sie bisher aus Bequemlichkeit oder Angst geschluckt haben.

„Nein“ ist ein wunderbares Wort, wenn man auf Dinge anwendet, die man ändern kann. Es ist sogar oft der erste Schritt auf dem Weg.

Ich möchte Sie gleich zu einem kleinen Experiment einladen. Aber vorher muss ich noch schnell etwas einschieben, weil es wichtig ist.

Vielleicht haben Sie ja schon mal gehört, dass man eine Sache erst akzeptieren muss, bevor man sie ändern kann. Das stimmt nach meiner Erfahrung tatsächlich. Aber zu etwas Nein zu sagen, heißt nicht, dass man etwas nicht akzeptieren kann, wie es ist.

Akzeptieren bedeutet, die Wirklichkeit so zu sehen, wie sie ist, ohne sie zu verdrängen oder sich deswegen schuldig zu fühlen. Das heißt aber nicht, dass ich die Wirklichkeit mögen muss.

Akzeptieren heißt soviel, wie zu sagen: „Hallo. Ich sehe dich. Ich weiß, dass du da bist.“

Etwas zu akzeptieren und es anders haben zu wollen, ist also kein Gegensatz.

So und nun zu dem Experiment. Haben Sie Lust, eine interessante Erfahrung zu machen, die Sie vielleicht weiterbringt? Ja? Dann los!

Schritt 1:

Überlegen Sie sich bitte irgendetwas, das Sie in Ihrem Leben nicht mehr haben wollen. Nehmen Sie aber bitte etwas, das zu ändern im Rahmen Ihrer tatsächlichen Möglichkeiten liegt. D.h. Sie wissen, dass Sie es ändern könnten, mit ein wenig mehr Mut und Tatkraft und mit weniger Angst und Bequemlichkeit.

Zum Beispiel:

  • Der Stress mit Person …
  • Ihre Angst vor einer neuen Partnerschaft.
  • Ihre Angst vor …
  • Das Gefühl der Leere.
  • Ihre ständige Unzufriedenheit wegen …
  • Das Fehlen einer Aufgabe.
  • Ihren ungeliebten Job.
  • Ihren Speck auf den Rippen.
  • Ihre Trägheit.
  • usw.

Haben Sie etwas?

Der Einfachheit nennen wir das, was Sie sich ausgesucht haben, jetzt “Problem X”.

Schritt 2:

Ok, nächster Schritt.

Stellen Sie sich jetzt hin. Ja, wirklich. Machen Sie das. Stellen Sie sich hin.

Stehen Sie?

Nun beide Füße fest auf dem Boden, das Gewicht gleich auf beide Beine verteilt.

Atmen Sie jetzt einmal tief ein und wieder aus.

Die Knie ein ganz klein wenig beugen, so dass Sie wirklich stabil stehen.

Jetzt die Brust rausdrücken.

Die Schultern leicht zurückziehen.

Den Kopf erheben.

Das Kinn ein kleines bisschen nach vorne schieben.

Die Fäuste ballen.

Den Kiefer ein bisschen anspannen.

Grimmig gucken.

Noch einmal tief ein und wieder ausatmen.

Und jetzt sagen Sie möglichst laut und entschlossen:

„Ich bin nicht mehr bereit, Problem X zu tolerieren! Ich sage ganz klar Nein. Es ist genug. Bis hierhin und nicht weiter. Ich lasse mir davon nicht mein Leben versauen. Genug ist genug! Ich unternehme etwas! Ich ändere etwas!“

Haben Sie es gespürt?

Genau das ist die Kraft eines richtig guten und entschlossenen Neins.

 

Gefunden in -----          www-zeitzuleben.de


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